Seit den 1950er Jahren haben Menschen über 8.3 Milliarden Tonnen Plastik produziert. Fast 79 Prozent davon landen auf Mülldeponien, in den Ozeanen und in der Natur. Jedes Plastikprodukt auf unserem Planeten zerfällt im Laufe seiner Lebensdauer in immer kleinere Teile. Diese winzigen Plastikteilchen , die jeweils weniger als 5 Millimeter groß sind , werden als Mikroplastik bezeichnet.
Es gibt 500-mal mehr Mikroplastik auf dem Planeten als Sterne in unserer Galaxie. Der Mensch produziert, nutzt und wirft ständig größere Mengen Plastik als je zuvor. Und das Problem, das niemand beachtet, ist, dass Plastik Tausende von Jahren bei uns auf dieser Erde bleiben wird.
Etwa zwei Drittel aller produzierten Kunststoffe befinden sich noch heute in der Umwelt. Sie sind überall zu finden: in Ozeanen, Flüssen, Böden, im Darm von Fischen und Insekten, in menschlichen Organen und sogar in der Luft. Sind Mikroplastikpartikel schädlich, und was können wir tun, um sie zu vermeiden?
Ist Mikroplastik schädlich?
Wissenschaftler und Forscher untersuchen weiterhin die Auswirkungen von Mikroplastik auf die Gesundheit von Mensch und Umwelt. Die Schädlichkeit von Mikroplastik ist jedoch unbestritten. Mikroplastik enthält giftige und schädliche Chemikalien. Kunststoffe werden mit Zusatzstoffen wie Flammschutzmitteln, Weichmachern, Pigmenten und UV-Stabilisatoren verarbeitet. Diese Zusatzstoffe machen 4 Prozent des Mikroplastikgewichts aus.
Einigen Studien zufolge gelangt Mikroplastik, das von Meerestieren aufgenommen wird, in die Nahrungskette. Mikroplastik hat seinen Weg in alle Arten von Lebensmitteln gefunden, nicht nur in Meeresfrüchten. Die Untersuchung des Mikroplastikgehalts in unserer Nahrungskette ist noch ein neues Forschungsgebiet. Experten versuchen derzeit herauszufinden, welche langfristigen Auswirkungen Mikroplastik auf den Menschen und die Nahrungskette hat.
Eine aktuelle Studie ergab, dass Mikroplastik in der menschlichen Plazenta die normale Funktion von Hormonen stören und langfristige Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit haben kann – zum Beispiel DNA-Schäden, Entzündungen und oxidativen Stress.
Quelle: researchgate.net
Die Aufnahme von Plastikpartikeln kann zu einem Massensterben von Seevögeln und Fischen führen. Bei Fischen kann es zu starkem Energiemangel, Fruchtbarkeit, Verhaltensproblemen und sogar zu einem vorzeitigen Tod kommen. Mikroplastik gilt als äußerst schädlich für die Artenvielfalt und Ökosysteme.
Was können wir tun, um Mikroplastik zu vermeiden?
Aufgrund der Menge an Plastik, die heute produziert wird, wird es schwierig, es in unserem Leben ganz zu vermeiden. Es gibt jedoch einige Möglichkeiten, die Verbreitung und das Risiko des Mikroplastikkonsums zu verringern.
Heutzutage enthalten die meisten unserer Lebensmittel große Mengen an Mikroplastik. Vor diesem Hintergrund wäre es gut, ein paar Änderungen in unserem Lebensstil und unserer Ernährung vorzunehmen.
- Erwägen Sie zunächst, abgekochtes oder gefiltertes Leitungswasser zu trinken und Flaschenwasser zu meiden. Mehr als 90 Prozent der weltweit beliebtesten Mineralwassermarken enthalten Mikroplastik.
- Seien Sie sich der Kleidung, die Sie kaufen, und der Produkte, die Sie verwenden, bewusster. In synthetischen Kleidungsstücken finden sich große Mengen Mikroplastik. Über 35 Prozent des gesamten Mikroplastiks im Meer stammt aus synthetischen Textilien. Daher sollten Sie den Kauf dieses Materials vermeiden.
- Vermeiden Sie die Verwendung von Peelings und Peelings, da diese ebenfalls einen hohen Anteil an Mikroplastik enthalten.
Neben individuellen Anstrengungen müssen sich Regierungen auch mit der zunehmenden Plastikverschmutzungskrise befassen. Die Länder müssen den Plastikmüll insgesamt reduzieren und die Verwendung von Einwegplastik verbieten. Die Europäische Union hat bereits Regeln zum Thema Meeresmüll festgelegt und durch die Plastiktüten-Richtlinie in mehreren ihrer Mitgliedstaaten die Verwendung von Plastiktüten deutlich reduziert.
Die Niederlande waren das erste Land, das 2014 kosmetische Mikroperlen verboten hat. Andere Länder folgten bald dem Beispiel. Die Textilindustrie bleibt trotz ihrer großen Rolle bei der weltweiten Verbreitung von Mikroplastik weiterhin unbeachtet.
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